Weniger unnötiger Müll - 7 einfache Schritte

In Deutschland entstehen jeden Tag pro Kopf durchschnittlich 1,7 kg Müll. Dieser Müll muss abgeholt, sortiert, verarbeitet oder verbrannt werden. Vorher muss er durch den Einsatz von teilweise begrenzt verfügbaren Ressourcen und Energie hergestellt werden und meistens über weite Strecken transportiert werden. Ein Teil dieses Mülls lässt sich leicht vermeiden und durch manche kleinen Änderungen spart man auch Geld oder Zeitaufwand.

 

1 Aufkleber "Keine Werbung" auf dem Briefkasten - Der überwiegende Teil der Werbung und Kataloge im Briefkasten landet ungelesen im Müll. Seit dem der Aufkleber auf dem Briefkasten ist, muss ich nicht mehr jeden Tag den Briefkasteninhalt sortieren und entsorgen.

  

2 Einkaufstasche - In meinem Rucksack habe ich immer einen Jutebeutel mit zwei Stoffnetzen für ungeplante Einkäufe dabei, das wiegt nicht viel und nimmt kaum Platz ein. Ansonsten nutze ich für größere Einkäufe zwei große Jutetaschen und einen Korb.

 

3 Wasserflasche - Leitungswasser in der eigenen Mehrwegflasche mitnehmen. Wir haben ein paar 0,7 Liter Flaschen, in denen ehemals Tomatenpassata war - sie eignen sich wegen der großen Deckelöffnung für die Spülmaschine und haben eine praktische Größe.

Im Vergleich zu unserem Mineralwasserkonsum früher sparen wir hiermit pro Person etwa 40 € monatlich ein. Zusätzlich fällt das Einkaufen der Flaschen und das Zurückbringen weg, was Zeit und Schlepperei sowie Ressourcen einspart.

 

4 Coffee to stay statt to go- Allein in Deutschland werden pro Stunde 320.000 Kaffebecher nach kurzer Nutzung entsorgt. Leicht umgehen kann man dies, indem man den Kaffee vor Ort genießt (mir schmeckt er auch besser aus einer Porzellantasse und eine 5-Minuten-Pause finde ich auch gut) oder sich einen schönen Mehrwegbecher anschafft.

Ähnlich ist es bei Pizzakartons, Plastik- und Aluschachteln für Essen oder auch Eisbecher aus Plastik. Auch hier spart es viel Müll, vor Ort zu essen, das Eis in der Waffel mitzunehmen oder eigene Gefäße mitzubringen. 

 

5 Pfandflaschen statt Einweg - Saft und Milch, Joghurt, Sahne kann man im Mehrweg-Pfandglas kaufen. Und ja - Mehrweg hat eine deutlich bessere Energiebilanz durch die Mehrfachnutzung trotz des zusätzlichen Transport- und Reinigungsaufwandes als Einwegalternativen. 

Hinzu kommt, dass nur ein geringer Teil der Einwegalternativen aus Plastik recycelt werden kann und hier meistens nur ein Downcycling stattfindet. Das heißt, aus einem alten Joghurtbecher wird nicht wieder ein neuer Joghurtbecher, sondern das daraus gefertigte Plastikgranulat wird für Straßenfüllungen oder Parkbänke verwendet.

Etwa 2/3 der Plastikeinwegverpackungen werden in Deutschland verbrannt. 

 

6 Geschirrtücher statt Küchenrolle - Ganz simpel, spart aber Geld, Kaufaufwand, Ressourcen und unnötigen Müll. Ähnlich simpel geht dies mit Stofftaschentüchern und Stoffservietten (kann man sich auch selbst nähen aus Stoffresten).

 

7 Nur kaufen, was man (wirklich) braucht/will - Jedes Produkt verbraucht viele Ressourcen zur Herstellung, meist kommen noch Verpackung, Transport und Lagerung hinzu. So verbrauchen zum Beispiel die Produktionen von einem Blatt A4-Papier 10 Liter Wasser, von einer Jeans 6.000 Liter Wasser und von 1 kg Rindfleisch 15.000 Liter Wasser. 

Durch drei einfache Änderungen kaufe ich mittlerweile bewusster und weniger ein, werfe weniger weg und spare merklich Geld:

- Vor dem Lebensmitteleinkauf schreibe ich einen Einkaufszettel. Seit dem bin ich unanfälliger für Spontankäufe und kaufe nur das in den Mengen ein, was ich auch gerade brauche. Hierbei spare ich deutlich mehr Geld als früher mit dem gezielten Nutzen von Sonderangeboten und ich habe kaum noch Food Waste.

- Bei größeren Anschaffungen wie bei Kleidung oder Elektrogeräten überlege ich nochmal bis zum nächsten Tag, ob ich es brauche oder wirklich haben will. Häufig finde ich es dann schon nicht mehr so interessant.

Mittlerweile haben wir auch schon häufiger Kleidung für kleine Reparaturen oder Änderungen zum Schneider gebracht. Dies hat jeweils nur wenige Euro gekostet und war daher deutlich billiger als der Neukauf einer Jeans oder eines Pullovers.

- Bücher und andere Medien leihe ich in der Stadtbücherei aus; nur sehr wenige, die ich sehr gut finde, kaufe ich mir anschließend noch. Musik und Filme kaufe ich nur noch digital.

 

 

Literatur und Videos zu dem Thema, die mir gefallen haben

TEDxPerth Lindsay Miles

TEDxMünster Bea Johnson

Minimal Mimi

Shia Su - Zero Waste

Bea Johnson - Glücklich leben ohne Müll

Nadine Schubert - Noch besser leben ohne Plastik

Milena Glimbovski - Ohne Wenn und Abfall